Bei einer Reparatur, durfte ich den populären Österreichischen Seenomaden helfen ihr Schiff (eine Alu Ovni 42) noch rechtzeitig vor den kalten Borawinden ins Wasser zu bringen.
Dabei entwickelte sich in den 2 Monaten eine herzliche Freundschaft in der wir umbauten, reparierten und organisierten. Hier wurde auch so mancher Tip ausgetauscht.

Zu vielen Seglern aus Österreich habe ich nun einen prima Kontakt. Unter and'rem auch zu einem Eigner eines Mega Cats der momentan auf den Malediven liegt. Auf meiner eigenen Weltreise traf ich dieses Schiff schon in Sri Lanka (und mußte es mit meinem Dinghy in den Hafen schleppen).

Bevor ich nun meine eigenen Abenteuer mit dem Boot
beschreibe eine kleine Vorgeschichte:

Alptraum unter Palmen

52 Fuß MegaCat schlummerte auf den Malediven

Jedes Boot könnte eine kleine Geschichte erzählen – die "Tom's Hütte" eine ganz besondere.

Er ist nicht der einzige, der von einem eigenen Boot träumt, aber Segler T. hat ihn auch wahr gemacht. Nach langem Suchen glaubte er auf den Philippinen sein Schiff gefunden zu haben. Ein schnittiger 16m Kat nach Kelsallriß 1986 gebaut, wurde für umgerechnet über 150 000 Euro gekauft. Damit sollte der Thor Heyderdal Kontiki Jugendtraum erfüllt werden. Mitsegler, Tauchfreunde fanden sich schnell um mit diesem Boot zu segeln. Vorsichtig genug,  um seine frisch erworbenen Maritimkentnisse zu vertiefen, wurde auch für das erste Teilstück Philippinen - Malaysia ein Deutscher "Profi" Skipper angeheuert. Dieser erste Törn wurde bereits für beide Parteien zum Alptraum. Technische Problem, Fachliche Unkenntnis verbunden mit Navigatorischen Fehlern und Menschliche Dispute sorgten für eine gespannte Situation. Das Chinesische Meer mit Windstille und plötzlichen Gewittern setzte noch eines drauf. So trennte man sich gerne in Langkawi, Malaysia voneinander. An einem Stammtisch unter Seglern würde man das als Seglerlatain abtun und ungläubig den Kopf schütteln - wer aber einmal die Salzluft nicht als Charterkunde geatmet hat, weiß - so etwas ist völlig normal.

T. aber noch unbekümmert, kümmerte sich um seinen defekten Antrieb, wunderte sich über die merkwürdige Elektrik und Elektronik seines Bootes und nähte seine Segel nach. Die Liste der Defekte wurde trotz ständigem Service nur länger und so freute er sich über das Angebot eines ExMitSegelschülers C. der ihm ab sofort helfen wollte. Voller Elan und Vollgas, im Schlepp einige Thaimädels kam die Crew in Pukhet an. Um dieses nun nicht mehr so billige Unternehmen aber zu finanzieren (die Eltern haben auch noch kräftig unterstützt) und den Familienhaussegen wieder gerade zu hängen - flog der Eigner nach Hause. Hier konnten zwar die steilen Falten zwischen den Augen seiner Frau geglättet werden und man verdiente genug um in Europa leben zu können - aber so nebenbei noch einen Großkat halten zu können - dazu sollte man bereits arbeiten lassen können. Zumal die Idee mit Chartergeld und Tagestörns nicht so ausging wie geplant. Die Gäste kamen, aber das Geld erreichte leider nie den Eigner. Zu Guter Letzt fanden die Segelwilligen einen schwimmenden Treibanker vor. C., ohne aus Thailand offiziell auszureisen, ließ das Boot mit defektem Mast und Antrieb nach Überführung einfach in Sri Lanka stehen und begann Teile der Ausrüstung zu verkaufen. Also erneute Anreise des Eigners, mit fachlicher Unterstützung und genügend Ersatzteilen im Gepäck nach Sri Lanka. Mit den Notreparaturen schaffte man es doch bis auf die Malediven. Hier liegt er nun seit fast einem Jahr für 450 U$ im Monat und wartet auf weiteres. Ohne Reparatur - kein Charter. Ohne Charter - kein Geld. Die Spirale dreht sich immer schneller und so wird, bei keinem oder mangelndem Service aus einem flotten, großen Kat sehr schnell ein stockender, ausgeplünderter schwimmender Alptraum. Wie aber, soll auf den Malediven das außenliegende Getriebe repariert , der Mastfuß geschweißt und das komplette stehende Gut ersetzt werden?

Folgende Lösung wurde gewählt – Segelklar machen und nach Europa überstellen, um es zu überholen. T. beauftragte einen KatProfi und Bootsbauer mit der Lösung dieses Problems.

für die Landratten nochmals die Seemannsabkürzungen verzeiht

N steht für Nord...

kn für Knoten das ist die Geschwindigkeit in nm (Nautische Meilen = 1,8 km/h)

30 kn Wind sind also über 50 km/h - guter Lufthauch gell

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